Fortsetzung von Teil 2:
Carsten S.: “Axel, was hältst du dann von ATB, Paul van Dyk, Armin van Buuren, Tiesto … usw.?”
DJ Axel F.: “Ich finde gerade diese Jungs … haben jeder ihren eigenen Stil. Jeder hat sich selbst gefunden und seinen eigenen Stil geprägt. Es sind aber keine Götter und kochen letztlich auch nur mit Wasser. Jeder kann auflegen und mixen. Jeder hat ein Management um sich herum und eine Marketing-Maschinerie … und das funktioniert auch … ohne dem Ganzen drum herum könnte keiner von Ihnen alleine überleben und wäre auf einen normalen Hauptberuf angewiesen. Ich respektiere sie und finde auch ihre Musik ganz gut … jeder von ihnen hat genauso begonnen und an sich hart gearbeitet wie ich auch.”
Carsten S.: “Was mir immer mehr auffällt ist, dass gerade bei Tiesto und Buuren viele hunderte Facebook-Seiten gibt. Was hältst du davon?”
DJ Axel F.: “Netzwerk-Marketing gehört einfach dazu … Facebook, MySpace etc. sind kostenlos und sehr begehrt. Jeder versucht auf seine Weise populär zu werden und/oder es zu sein. Viele finden das vielleicht nicht fair, aber es ist legitim. Aber wie schon gesagt … keiner ist ein Gott … es sind auch nur Jungs wie du und ich.”
Carsten S.: “Auch du hast einen ganz gewissen Auflege-Stil, der sehr außergewöhnlich ist, aber das Publikum begeistert. Du hast es gestern geschafft, das Publikum nicht nur zu begeistern sondern irgendwie auf ein besonderes Niveau zu bringen. Es war plötzlich eine ganz besondere Stimmung da … wie hast du das gemacht?”
DJ Axel F.: “Huuii … danke für das Lob, aber darauf habe ich echt keine Antwort. Ich habe einfach eine gezielte Auswahl an Trance-Titeln richtig zusammengestellt und für das Publikum mit Begeisterung und Leidenschaft gespielt. Das Mixing war recht normal. Also dafür habe ich kein Rezept. Vielleicht liegt es einfach an meiner Leidenschaft, Liebe und den Spaß an der Musik.”
Carsten S.: “Mir ist auch aufgefallen, dass du mehrere Titel von dir gespielt hattest. Es war aber zum Schluss ein Lied dabei, dass ich noch nicht kannte, aber typisch deinen Stil hatte und es kam etwas mit Angel und flying vor. War das was Neues von Dir?”
DJ Axel F.: “Ja, … der Titel kommt im nächsten Jahr heraus und heißt ‘Angelflying’. Der Song ist dann auch auf dem Album ‘Dreams Of Blue’ zu finden, welches im März/April veröffentlicht wird.”
Carsten S.: “Wer oder wie … also wie bekamst du den Spitznamen ‘Gentleman Of Trance’?”
DJ Axel F.: “Das ist schon lustig und eine Ehre … das freut mich sehr … also ich habe den Namen das erste Mal 2005 von Jemanden gehört. Von wem weiß ich auch nicht mehr. Ich hatte gerade in einem Club ein Klassik-Trance-Set gespielt und sollte im Anzug auflegen. Auch meine anderen Auftritte danach legte ich immer im Anzug auf … ich vermute daher kommt das …”
Carsten S.: “Wer ist dein Kreativ-Gestalter für deine tollen Covers?”
DJ Axel F.: “(räuspert) … das bin ich selbst …”
Carsten S.: “Ach jetzt verstehe ich, dass in deiner Beschreibung der Gestalter/Designer dabei steht? Tolle und gute Arbeit. Was war für dich das Tollste und Größte in deiner bisherigen DJ-Karriere?”
DJ Axel F.: “Also ich erinnere mich immer gerne an mein 1. Mal als DJ in einer Großraum-Discothek … das Roxie in Haßfurt (Unterfranken). Ich war sehr aufgeregt und hatte feuchte Hände … oft sind mir die Platten aus den Fingern gerutscht … so feucht waren meine Hände … und das Publikum hat am Ende des Abends bei meiner letzten Scheibe Applaus geklatscht. Das war echt geil … und das andere Mal war ein Auftritt in der Schweiz auf einer Festival-Bühne. Eine Rockband hatte abgesagt und der Veranstalter brauchte schnell Ersatz und fragte mich, ob ich Lust hätte als einziger DJ auf der großen Bühne aufzulegen. Es waren über 10.000 Leute dort und schon bei meinem Intro ging die Post ab. Das war auch ein sehr intensives Gefühl … wie ein Rausch … der Jubel, Applaus und die Begeisterung für meine Musik … das tat sehr gut.”
Carsten S.: “Bei deinem 1. Gig … Mit welchen Titel hast du begonnen und was war in dem Club der Nr. 1 Hit und was hast du zum Abschluss gespielt?”
DJ Axel F.: “Beim 1. Mal? Mmmhmm … also zur Eröffnung und Begrüßung … mein Opening bestand aus 4 Titeln … 1. In the Lap of the Gods – Alan Parsons Project … dann kam Welcome To The Machine – Pink Floyd … nur der Anfang und habe es dann mit einer Explosionssound beendet und dann kam Stalakdrama von Yello und dann der Begrüßungssong Axel F. von Harold Faltermeyer im Remix (M&M … Londons Mix) … es gab mehrere Superhits an dem Abend: Duran Duran – Wild Boys, Tears For Fears – Shout, The Twins – The Game Of Chance, Axel Bauer – Cargo, Den Harrow – Bad Boy, Martinelli – Cenerentola, Prince – I would Die For You, Human League – Don’t You Want Me, Michael Jackson – Thriller, Doctors Cat – Watch Out, New Order – Sub Culture, Yello – Domingo, U2 – Pride, … viele eben … und mein Abschlusslied war … Art Of Noise – Moments in Love und das Putzlicht ging bei Ravel – Bolero an.”
Carsten S.: “Beeindruckend, daß du dich noch so gut erinnern kannst. Ich kenne einige Titel gar nicht. Wie kamst du zum Trance, wer hat dich beeinflusst?”
DJ Axel F.: “Nun eigentlich entstand für mich Trance auch schon in den 80ern und ich fand den Titel von Rheingold – Dreiklangdimensionen schon echt geil … dazu kam dann Kraftwerk – Computershow und Jean Michel Jarre – Equinoxe 4, Rendevouz und Magnetic Fields … auch Titel wie … Tangerine Dream – Das Mädchen auf der Treppe, Propaganda – Dr. Mabuse, Boytronic – Late Night Satellite und andere haben mich damals schon mehr und mehr zur elektronisch erzeugten Musik gebracht. Doch Bands wie Saga, Styx, Genesis, Pink Floyd, ELO und auch ABBA gaben mir musikalisch einige Impulse.”
Carsten S.: “Gibt es einen DJ, den du als Vorbild hast?”
DJ Axel F.: “Nein … ich habe die meisten populären DJ’s gesehen und auch viele persönlich kennengelernt … und mit Einigen habe ich auch schon mal aufgelegt … Beeindruckt und auch ein kleines bisschen geprägt haben mich Thomas Gottschalk, Al Fuzzy (Wolfgang Fuss), DJ Diddy (Dietmar Heckner), Mark Spoon (Markus Löffel), Tofifee alisa Torsten Fenslau, Carl Cox, Sven Väth (die Nase), Mobi, Boy George und Matze Paule (Matthias Paul = Paul van Dyk). Die Zeiten sind vergangen und manche kennen mich nicht mehr oder haben mich vergessen … kann passieren. Alles tolle Kerle und ich mag sie. Habe auch ein bisschen was für mich gelernt … für meinen Stil … nicht kopiert … sondern selbst entwickelt, aber … ich war immer nach der Suche nach meinen eigenen Stil und wollte nie jemanden kopieren oder so sein wie dieser. Mein Lieblingsmotto als DJ war und ist es … Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein.”
Carsten S.: “Du kannst als DJ alles auflegen und hast auch verschiedene Techniken. Du kannst scratchen, beatboxen, rappen, … singen … weiss ich nicht … aber sehr gut moderieren … super mixen … du kannst mit mehreren Plattenspieler auflegen, CD-Playern und wie ist es mit der neuen digitalen Techik! … Bist du aktuell?”
DJ Axel F.: “Ja, zur Zeit nutze ich abwechselnd verschiedene digitale Systeme … Serato, VDJ, Traktor … selten mal andere … aber demnächst starte ich mal mit Torq. Ich mag zur Zeit auch Touchscreen-Digitale-DJ-Systeme … ich finde … man kann schon mit der Zeit gehen und mit der Technik … schließlich habe ich über 26 Jahre Kassetten, Tonbänder, Vinyls und CD’s gespielt … ich entwickel mich auch weiter.”
—Ende Teil 3—
>>>Hier gehts bald zum Teil 4<<<


Berlin Time



















